Pfoten-Buddies – die Haustierhilfe
Ein besonderes Hilfsprojekt des ASB für Ältere und Erkrankte
Karla Marita Wehrle und ihr Havaneserrüde Monti (4) sind ein Herz und eine Seele. Gemütlich spazieren die beiden am Isebekkanal in Hamburg entlang. Die ältere Dame lächelt, als ihr Hund freudig an ihrer Seite entlang hüpft und neugierig die Umgebung erschnuppert. Sie freut sich, dass sie diese Ausflüge mit ihrem Vierbeiner wieder selbst unternehmen kann. Im vergangenen Jahr war sie wegen einer Operation auf Hilfe angewiesen.
„Ich habe mich natürlich gefragt, wer dann mit Monti geht“, erinnert sich die 75-Jährige. Zufällig war sie auf ein Angebot der ASB Zeitspender-Agentur Hamburg gestoßen, die bei der Betreuung von Haustieren durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützt. „Ältere oder kranke Menschen, die sich nicht mehr alleine um ihr Tier kümmern können oder es für eine gewisse Zeit in die Obhut einer anderen Person geben müssen, können sich bei uns melden und erhalten ehrenamtliche Unterstützung“, fasst Marion Wessling die Idee hinter dem Projekt zusammen. „Die meisten Anfragen beziehen sich auf Hilfe beim Ausführen des Hundes wegen eines Kranken- oder Reha-Aufenthalts oder weil man selbst nicht mehr in der Lage ist, den Hund ausreichend zu bewegen“, so die Projektleiterin weiter.
Netzwerk aus Freiwilligen ![]()
Karla Marita Wehrle fiel es anfangs schwer, ihren treuen Begleiter in fremde Hände zu geben. „Wir waren uns von Anfang an sehr nah. Im August 2020 habe ich Monti bekommen. Während der Corona-Zeit haben wir niemanden kennengelernt. Deshalb ist er sehr auf mich fixiert“, erklärt die ältere Dame. Während ihres Krankenhausaufenthalts kümmerte sich zunächst eine Bekannte um den verschmusten Vierbeiner. Als Karla Marita Wehrle wieder zu Hause war, kamen dreimal täglich – morgens, mittags und abends – Ehrenamtliche vorbei, um mit Monti Gassi zu gehen. „Das lief alles über die Zeitspender-Agentur, die die Ehrenamtlichen in der Nachbarschaft koordinierte“, erinnert sich Karla Marita Wehrle.
Anfangs ging Monti nur widerwillig mit. Aber er hat sich schnell an die neue Situation gewöhnt. Einen engen Kontakt hat er auch zu Nicole Benke. Die 44-Jährige engagiert sich seit knapp einem Jahr ehrenamtlich für die Pfoten-Buddies. „Ich habe einen Aushang gesehen und mich sofort gemeldet. Hier hat einfach alles gepasst“, erzählt die junge Frau. Das Projekt bringe Menschen zusammen und ermögliche es den Tieren, bei ihren Besitzer:innen zu bleiben. „So wirken wir auch der Vereinsamung entgegen, und gleichzeitig entstehen durch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer neue soziale Kontakte“, betont Marion Wessling. „Dafür bauen wir kontinuierlich ein Netzwerk von freiwilligen Helfer:innen aus, die diese Menschen in unterschiedlichster Weise unterstützen“, ergänzt die Projektleiterin.
Auch wenn die Betreuung von Monti durch die „Pfoten-Buddies – Haustierhilfe Hamburg“ inzwischen abgeschlossen ist, treffen sich Nicole Benke und Karla Marita Wehrle regelmäßig, gehen essen oder einen Kaffee trinken. Es ist ein gutes Gefühl, jemanden in der Nähe zu haben. Da sind sich die beiden Frauen einig.
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Hilfe durch gute Vernetzung
Die Idee orientiert sich an einem bestehenden Projekt in Stuttgart, das seit einigen Jahren erfolgreich läuft und sehr gut angenommen wird. In Hamburg konzentriert sich das Projekt auf die Vermittlung von Ehrenamtlichen. Durch die gute Vernetzung kann die ASB Zeitspender-Agentur Hilfesuchende bei Bedarf auch auf weitere Hilfsangebote des ASB Hamburg sowie auf Projekte von Netzwerkpartnern verweisen. Derzeit umfasst das Projekt der Pfoten-Buddies 65 registrierte Hilfsbedarfe, viele davon erfordern eine langfristige Betreuung. Es gibt über 600 registrierte Helferinnen und Helfer, davon sind aktuell rund 100 aktiv im Einsatz. Weitere Infos unter www.pfotenbuddies-hamburg.de |
Text: Nadine Koberstein